Die Kunst des Mentoring

Ursprüngliches Lernen und Lehren

Jon Young

Jon Young, ein Mentor und Spurenleser mit über 35 Jahren Erfahrung und ein direkter Schüler von Tom Brown, jr nennt es „The Art of Mentoring“ und bezeichnet damit seine auf verschiedenen Kontinenten gesammelten Erkenntnisse zum Thema Lernen und Lernbegleitung. Bevor ich im Jahre 2004 Jon Young das erste Mal traf, hatte ich während meines Abiturs bereits gemerkt, dass ich nicht in die nächste Bildungsinstitution gehen möchte. Ich laß Rousseau´s „Emile oder über die Erziehung“ und bemerkte schon in diesem Roman eine Art zu lehren, die anders war, als in der Schule zu sitzen. Das Thema Lernen und Lehren ließ mich nicht mehr los und war eine meiner wichtigsten inneren Fragen. Als ich dann das Bündel des Mentorings durch Jon Young und Mark Morey kennenlernte, machte es einfach nur Sinn.

Mark Morey

Wieder ein Mal sah ich, dass in unserer indigenen Vergangenheit Antworten für das Heute liegen. Lernen findet aus Erfahrung statt, eingebunden in ein Netz aus Mentoren, die mittels Geschichten und ihrem Vorbild inspirierend wirken. Es braucht das Richten von Aufmerksamkeit , die Kunst des Fragenstellens, Begeisterung und eine persönliche und langfristige Lernbegleitung, um Mentoring zu ermöglichen.

Leben in der Wildnis

Ich hatte das Glück ein Mal ein Jahr und ein Mal ein halbes Jahr in der nordamerikanischen Wildnis zu leben. Dabei wurde ich vom Wildnismentor Tamarack Song begleitet.

Tamarack Song

Für ihn war das Lernen durch Erfahrung sehr wichtig und so ließ er uns viele Fehler machen und leitete uns nicht an oder unterrichte uns im klassischen Sinne. Er hielt sich mit Antworten zurück und ermöglichte ein direktes Lernen von und mit der Natur und dem Kreis von Menschen, der im Wald lebte. Das war oft auch frustrierend und langsam und heute hilft es mir gut abzuwägen, wann das Lernen durch meine Antworten behindert werden würde, weil es direkter erlernbar wäre. Es hat mich geprägt und beinflusst auch meine Art des Unterrichtens.

Es braucht die Gemeinschaft

Nach einigen Jahren der Lehre bei Jon Young , Mark Morey und Paul Raphael ging es auch immer mehr um die Frage, wie Lernen in Gemeinschaft integriert war. Der Fokus ging weg von der Beziehung zwischen Mentor und Lernender hin zu der Frage, wie kann eine Gesellschaft strukturiert sein, so dass es wie eine unsichtbare Schule gibt. Communiy Mentoring nannte sich dieser Bereich und inspirierte mich dazu, Älteste, Onke und Tanten in die Wildnisarbeit einzubeziehen. Heute versuche ich immer mehr zu schauen, wie verschiedene Menschen in die Lernerfahrung integriert werden können.

Die Kunst des Mentoring

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